Impuls März 2026

Die Fastenzeit ist  für uns Zeit der Besinnung und Umkehr.

Ich erinnere mich, wie unser damaliger Pfarrer uns Erstkommunionkindern im Kommunionunterricht in der Fastenzeit einige Lieder aus dem Gotteslob beibrachte. Auch das folgende, noch im heutigen Gotteslob unter Nr. 750 enthaltene Lied von Friedrich Spee aus dem Jahr 1637 war dabei:

„Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz, und dies ist mir der größte Schmerz, dass ich erzürnt dich höchstes Gut, ach wasch mich rein mit deinem Blut!
Dass ich gesündigt ist mir leid; zu bessern mich bin ich bereit. Verzeih, o Gott, mein Herr, verzeih und wahre Buße mir verleih!
O Gott, schließ mir dein Herz nicht zu! Bei dir allein ist wahre Ruh. Lass nie mich von der Gnade dein, von deiner Lieb geschieden sein!“

Das Lied ist heute eher unbekannt, vielleicht wegen des doch eher gewöhnungsbedürftigen Inhalts.
Uns Kommunionkinder hat das Lied damals nicht gestört.
Wir haben es mit dem Pfarrer gesungen, denn es wurde auch beim Kreuzweg gesungen.

Wie kann man Kommunionkindern so ein Lied beibringen, wird mancher heute vielleicht fragen:
Dass Gott zornig ist, weil man ihn erzürnt hat, mag ein heute fremd gewordener Gedanke sein.

Ist Gott denn nicht ein bedingungslos liebender Gott?
Muss man Gott Besserung geloben und ihn um Verzeihung bitten?
Muss man ihn bitten, sein Herz nicht zu verschließen, wo doch sein Herz vor lauter Barmherzigkeit immer offen steht?
Und kann jemals ein Mensch von der Gnade und der Liebe Gottes geschieden sein?

Vielleicht sind diese Anfragen berechtigt.
Doch letztlich handelt das Lied von der großen Liebe Gottes zu uns Menschen und von der Liebe des Menschen zu Gott.
Aber da kann es leider zu „Störungen“ kommen, die aus dem Weg geräumt werden sollten:
Gott hat die Störung der Lieblosigkeit mit dem Tod seines Sohnes am Kreuz aus Liebe zu uns Menschen „behoben“.

Letztlich bleiben wir Menschen auf diese erlösende Liebe Jesu angewiesen,
auch wenn dies zeitbedingt unterschiedlich ausgedrückt werden mag.
An uns liegt es, auf diese Liebe Gottes zu antworten und die Störung von unserer Seite aus zu „beheben.“
Gelegenheiten dazu bietet die Fastenzeit als Zeit der Besinnung und Umkehr, sodass man am Ende hoffentlich sagen kann: „Bei dir allein ist wahre Ruh´.“

 

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pastor Benedikt Heimann