Musik vom Hofe Toledos und der Alhambra

Maurische - Jüdische - Christliche Lebenswelten beim 7. Klosterkonzert in der Liebfrauenkirche. 


Cantigas De Santa Maria – Sefardische Lieder – Spanische Renaissance

Sabine Loredo Silva – Mezzosopran

Hella Luzinde Hahne – Keltische Harfe

Die sefardische Musik von dem Hebräischen „S`fard“, ist die Musik der Juden, die nach der Verbannung aus Judäa (70. u.Z.) nach Spanien flüchteten. Sie spiegelt den kulturellen Austausch zwischen Juden, Christen und Arabern wieder, der im mittelalterlichen Spanien Kunst und Wissenschaft zu Blüte brachte. Die Sefarden waren Mittler zwischen Morgen- und Abendland, übersetzten Werke der großen Philosophen, befruchteten Kunst und Wissenschaft. Die Sprache „Ladino“ auch „Judeo-Espagnol“ genannt, ist eine Mischung aus Alt-Spanisch und hebräischen Worten und steht in ähnlicher Beziehung wie das Jiddische zum Deutschen. 1492, mit Beginn der „Reconquista“, der Rückeroberung der iberischen Halbinsel durch die katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon, mussten die Mauren und Juden das Land verlassen.

Der spanische König Alfonso X, auch „Alfonso El Sabio - Der Weise“ genannt, machte seinen Hof im Toledo des 13. Jahrhunderts zu einem Treffpunkt für Christen, Juden und Arabern und damit zu einem einzigartigen Beispiel für das friedliche Zusammenleben der unterschiedlichen Völker und Glaubensrichtungen. Die „Cantigas de Santa Maria“-Lieder für die heilige Jungfrau Maria, sind eine der größten Liedersammlungen des Mittelalters, bestehend aus ca. 420 Gedichten, zumeist in Galicisch-Portugiesischer Sprache. Diese Lieder werden dem König von León und Kastilien Alfons X zugeschrieben. Er sah in dieser Sammlung ein kulturelles Projekt von großer Bedeutung. Ihre Vollendung nahm den Großteil seiner Amtszeit in Anspruch (1252-1284). Er sah sie als ein wichtiges Mittel zu seinem politischen Überleben und seinem persönlichen Seelenheil.

Termin
27.07.2018, 18:30 Uhr
Ort
Liebfrauenkirche
Neutorstraße 9
37115 Duderstadt