St. Andreas - Mingerode

Baugeschichte

Die romanische Kirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde 1871 abgebrochen. Bereits nach dem 30jährigen Krieg und nach 1850 wurde sie oftmals als äußerst reparaturbedürftig bzw. baufällig bezeichnet. Der Neubau im neoromanischen Stil (Detailformen) konnte im Zeitalter des Historismus am 24. August 1873 benediziert werden. Die stark farbigen Glasgemälde (um 1920 eingebaut) in den zweibahnigen Doppelfenstern beeinflussen den Gesamteindruck des Innenraumes. Ungewöhnlich ist das Fensterband an der Apsis. Am Langhaus fällt das gestufte Dach auf. Architekt Wilhelm Tochtermann, Hildesheim, später Aachen, wollte damit mehr Stabilität durch die Verkürzung der schlanken Holzsäulen erreichen. Die Ausführungspläne Tochtermanns bauen im Wesentlichen auf den Entwürfen des LandbauInspektors Beckmann von 1858 auf. Zu bedenken ist, dass das Gotteshaus im (nach der Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871) beginnenden Kulturkampf gebaut wurde. Durch Verkleidung der Pfeiler und Rundbogen wurde der Gesamteindruck der Innenansicht der Kirche 1950 entscheidend verändert. Es sollte dadurch eine Verbesserung der Proportionen des Innenraumes erreicht werden. Im Jahr 1994 hatte der Kirchenvorstand den Mut, eine Renovierung durchzuführen, die den ursprünglichen Zustand, soweit wie möglich, wieder herstellte.