Basilika St. Cyriakus - Duderstadt

Pfarrgemeinde

Die Pfarrgemeinde St. Cyriakus hat etwa 5400 Katholiken in der Stadt Duderstadt und rund 10.000 in der gesamten Pfarrei. Die Kernstadt Duderstadt zählt insgesamt annähernd 10.000 Einwohner und die Stadt mit ihren Eingemeindungen 21.000.

 

 

  Gedenkblatt zur Ernennung der Kirche zur Propsteikirche im Jahre 1894 (bitte anklicken)

Erhebung zur Basilika

Am 17. Juni 2015 erhob Papst Franziskus die St.-Cyriakus-Kirche zur Basilika minor und am 3. Oktober 2015 – beides deutsche Gedenktage – wurde diese Erhebung durch den Hildesheimer Bischof Norbert Trelle in einem Gottesdienst offiziell vollzogen.

Sie ist damit eine der jüngsten Basiliken in Deutschland.

Renovierung 2016

Im Jahr darauf wurde die Basilika zwecks Renovierung für ein halbes Jahr geschlossen und ein neuer, heller, freundlicher Farbanstrich aufgetragen sowie eine völlig neue Lichttechnik installiert. Die Wiedereröffnung erfolgte am Samstag, 5. November 2016.

Kunstwerke am und im Gebäude

An Steinmetzarbeiten sind neben dem bereits erwähnten Hauptportal vor allem die 80 Schlußsteine im Deckengewölbe der Kirche zu erwähnen. Neben einigen Christusdarstellungen (Tod und Auferstehung) sind vor allem Heilige in den Schlußsteinen abgebildet. Nur drei sind mit den Wappen der Stifter bzw. des Baumeisters geziert.

Die Fresken in den beiden Jochen vor der Orgel sind bald nach der Einwölbung 1490 entstanden (Allegorische Gegenüberstellung von Heil und Unheil).

Hochaltar (Flügelaltar gotisch um 1500) bildliche Darstellung der christologischen Aussagen des apostolische Glaubensbekenntnisses (im Chorraum der Kirche)

Gnadenstuhl‑Altar (gotisch um 1470), früher St. Martinikapelle in Duderstadt, jetzt im nördlichen Chor, dem sogenannten Johanneschor.

Heilige Sippe (Spätgotik/Renaissance), Rest aus einem ehemaligen St.-Annen‑Altar (im Johanneschor). 

Beweinung Christi (spätgotisch). Eindrucksvolles Relief mit den drei Marien und dem Apostel Johannes. Im Hintergrund finden sich in Miniaturdarstellung Szenen von der Gefangennahme Jesu bis zur Andeutung der Auferstehung des Herrn (südliches Seitenschiff).

Taufbrunnen (barock 1694). Auf dem Deckel die Darstellung der Taufe Jesu im Jordan. Am Fuß des Taufbrunnens Delphine (Fisch = Hinweis auf Christus) und Putten (im südlichen Seitenschiff vor dem Marienchor).

Epitaph des Heinrich Hertwig, gestorben 18. September 1626 an der Pest (am Taufbrunnen).

Zwei Kreuzigungsgruppen (gotisch), im nördlichen Westwerkjoch sowie im Johanneschor. 

Hl. Familie auf der Flucht (barock), wenn nicht "Flucht" in Latein darunter stünde, könnte es fast wie ein Sonntagsspaziergang aussehen (im ersten Joch des nördlichen Seitenschiffes).

Zehn Gildeleuchter (auch Zunftstangen genannt, barock 1700 - 1750). Sie werden heute noch bei Prozessionen getragen. Einzelne Handwerkergilden haben sie gestiftet. Sie zeugen von der Bedeutung der Zünfte in der Stadt (an den Bänken im unteren Mittelschiff).

Apostelfiguren an den Säulen des Mittelschiffes (barock 1660 bis 1666). Sie wurden nach dem Dreißigjährigen Krieg von Meister Kersten für diese Kirche geschaffen. Die Barockisierung des Kirchenraumes unterstrich den Willen des Stadtpfarrers und bischöflichen Kommissarius des Eichsfeldes Herwig Böning, eine "katholische" Atmosphäre zu schaffen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fand eine Regotisierung statt, bei der vieles der barocken Ausstattung entfernt wurde.

Die Orgel (1734) auf der oberen Empore ist das größte Werk des Orgelbauers Johann Creutzburg. Sie wurde 2006 durch die Orgelbaufirma Eule aus Bautzen aufwendig restauriert.

Erwähnenswert sind einige Goldschmiedearbeiten, die zum Kirchenschatz der Basilika gehören. Eines der ältesten Stücke ist ein Reliquienkreuz (Nordhäuser Kreuz) aus dem 13. Jahrhundert. Es stammt aus der Stiftskirche zum Heiligen Kreuz in Nordhausen und kam durch einen Kauf 1672 nach Duderstadt.

Ein weiteres wertvolles Stück ist der spätgotische Jakobuskelch, der noch heute bei festlichen Gottesdiensten gebraucht wird. Bei ihm handelt sich um eine Stiftung der Jakobusbruderschaft Duderstadt, die im Mittelalter Santiago - und andere Pilger betreute (Anfang 16. Jahrhundert).

Eine große Monstranz von dem Goldschmied Johann David Saler (barock, Augsburg 1716), mit einer schönen Darstellung der Dreifaltigkeit.

Im Jahre 1894 wurde die Pfarrkirche St. Cyriakus anläßlich der 500 Jahrfeier der Grundsteinlegung des Chorraumes durch Papst Leo XIII. zur Propsteikirche erhoben. Das entsprach sicher einer Bitte des damaligen Fürstbischofs von Breslau, Kardinal Kopp, der gebürtiger Duderstädter war. An ihn erinnert das bronzene Denkmal (Nordseite) vor der Propsteikirche.

Das Standbild des Hl. Johannes Nepomuk (ebenfalls vor der Basilika, Südseite) hatte früher einen anderen Standort als Brückenheiliger im Bereich Neutor. Zu beachten ist allerdings, dass diese Figur bereits 1724 geschaffen wurde, während die Heiligsprechung erst 1729 erfolgte. Dieser Umstand unterstreicht die engen Verbindungen, die damals zwischen Duderstadt und Prag bestanden.

Heute gehören zur Pfarrgemeinde St. Cyriakus fast 10.000 katholische Christen. Zentrum des Gemeindelebens ist natürlich die Feier der Eucharistie, der heiligen Messe. Daneben gibt es viele Aktivitäten und Veranstaltungen, die zum Teil auch im Pfarrheim neben der Kirche (der alten Lateinschule, dem ersten Gymnasium in Duderstadt) stattfinden.